Uruguay gilt heute international als Beispiel für eine erfolgreiche Energiewende. Noch 2008 steckte das Land in einer schweren Energiekrise - inzwischen stammt fast der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen. Eine aktuelle Reportage der Tagesschau zeigt, wie dieser Wandel gelungen ist. tagesschau.de
Kurz gesagt: Uruguays Strommix besteht heute überwiegend aus Wasserkraft, Windenergie, Biomasse und Solarenergie. Fossile Energieträger spielen bei der Stromerzeugung nur noch eine sehr geringe Rolle. Gleichzeitig zeigt das Beispiel aber auch: Grüner Strom bedeutet nicht automatisch niedrige Strompreise.
Vom Krisenland zum Vorbild
2008 führten hohe Energiepreise und eine schwere Dürre zu Versorgungsproblemen und Stromausfällen. Danach begann Uruguay mit einem grundlegenden Umbau seines Energiesystems.Ein entscheidender Faktor war die langfristige Planung.
Staat und private Unternehmen investiertenMilliarden in erneuerbare Energien, neue Regulierungen wurden geschaffen und die Energiepolitik über Parteigrenzen hinweg unterstützt.
Heute stammt der Strom in Uruguay überwiegend aus Wasserkraft und Windenergie, ergänzt durch Biomasse und Solarenergie. Der Anteil fossiler Energieträger an der Stromproduktion liegt im langjährigen Durchschnitt nur noch bei rund zwei Prozent.
Ganz ohne Öl geht es noch nicht
Die weitgehend erneuerbare Stromerzeugung bedeutet nicht, dass Uruguay vollständig unabhängig von fossilen Energieträgern ist. Erdöl wird weiterhin importiert, vor allem für Verkehr und Industrie.
Deshalb konzentriert sich die nächste Phase der Energiewende zunehmend auf Elektromobilität. In Montevideo wächst beispielsweise der Anteil elektrischer Busse, auch bei Neuwagen gewinnen Elektrofahrzeuge deutlich an Bedeutung.
Was bedeutet das für Menschen, die nach Uruguay ziehen?
Für Auswanderer ist vor allem die langfristige Stabilität interessant.
Uruguay ist bei seiner Stromversorgung deutlich weniger abhängig von internationalen Öl- und Gaspreisen als früher.
Gleichzeitig bleiben die Stromkosten für private Haushalte vergleichsweise hoch.
Eine erneuerbare Energieversorgung bedeutet also nicht automatisch niedrige Nebenkosten.
Fazit
Uruguay zeigt, wie stark sich die Energieversorgung eines Landes innerhalb weniger Jahre verändern kann. Entscheidend waren dabei nicht nur Windräder und Solaranlagen, sondern langfristige politische Planung und verlässliche Rahmenbedingungen.
Wer sich ausführlicher mit der Geschichte und den Menschen hinter dieser Entwicklung beschäftigen möchte, findet hier die aktuelle Reportage der Tagesschau:
Tagesschau: „Uruguay - Ein Land, fast unabhängig von Öl und Gas“
Quelle und Stand: Tagesschau, 20. Oktober 2026.